Polen im Überblick

Platz Polens in der Weltwirtschaft

Die Macht Polens besteht aus seinem territorialen Potenzial, Bevölkerungskraft und Wirtschaftsvermögen. In letzter Zeit hat es als europäischer und weltweiter Akteur in der Wirtschaft und Politik an Bedeutung gewonnen. Seit 1989 hat sich Polens BIP in US-Dollar verfünffacht. Polen ist ein führender Hersteller und Exporteur von Roh- und Werkstoffen und gehört zu den Top Ten Herstellern von raffiniertem Kupfer, Schwefel, Steinkohle und Braunkohle. Es zählt auch zu 20 größten Produzenten von Schwefelsäure, Stahl und elektrischer Energie. Eine große Rolle in polnischer Wirtschaft spielt Landwirtschaft. Polnische Produkte machen einen wesentlichen Anteil am heimischen Markt aus. Polen hat eine weltweit führende Stellung in der Herstellung von Roggen mit ungefähr einem Viertel der weltweiten Erzeugung. Es gilt auch als einer der wichtigsten Lieferanten von Hafer, Kartoffeln, Zuckerrüben und Schweinen. 2005 wurde Polen mit 0,9% Anteil am weltweiten Export in die Liste der Top 30 Exporteure der Welt auf dem 21. Platz aufgenommen. Zur Verbesserung der Stellung Polens auf dem Weltmarkt haben hoher Umsatz und Dynamik der Außenwirtschaft beigetragen, die gerade höher als der globale Durchschnitt ist. Zwischen 1990 und 2005 stiegen die Exportquoten in Polen mehr als 10% pro Jahr und die Importquote lag bei 15% jährlich, während die globale Quote auf etwa 6% pro Jahr geschätzt wurde. Eine so hohe Quote wird teilweise einer großen Anzahl an polnischen Unternehmen mit Auslandskapital zugeschrieben. Polen ist einer der Hauptnutznießer der Auslandsdirektinvestitionen in Mittel- und Osteuropa und nimmt die führende Position in Bezug auf den Gesamtwert der erworbenen Beteiligungen.

Rasante Entwicklung Polens

Seit den Transformationsprozessen im Jahre 1989 wächst die polnische Wirtschaft stark und fördert seine Präsenz auf der internationalen Bühne. Polen wurde zu einem der wichtigsten weltweiten Akteure dank dem rasant steigenden BIP und einem zunehmenden Wert der industriellen Produktion und Export. Vor der Weltwirtschaftskrise lag seine Wachstumsrate bei 6%. Nach der Krise erzielte Polen ein Wirtschaftswachstum von 3,9% - eins der besten Ergebnisse in Europa. Die relativ geringe Inflationsrate macht Polen ein attraktives Land für ausländische Investoren, die immer williger sind, ihre Fabriken hierzulande zu öffnen und ihre Produkte und Dienstleistungen in der Region und darüber hinaus zu vermarkten. Hier sei anzumerken, dass Polen die internationalen wirtschaftlichen Krisen der vergangenen Jahre fast unbeschadet überstanden hat. Es ist ihm gelungen, ein positives Wirtschaftswachstum und stetige Steigerung in der industriellen Produktion bei nur einem leichten Rückgang der Beschäftigung zu bewahren. Internationale Unternehmen investieren gerne in Polen. Viele heimische Unternehmen haben die Gelegenheit ergriffen, Struktur- und Investmentfonds der EU zur Erweiterung ihrer Perspektiven auf ganzheitliche Entwicklung zu verwenden. Der polnische Markt ist immer noch auf Telekommunikationsunternehmen und IT-Firmen sehr geöffnet, da die polnische Gesellschaft immer digitalisierter wird und es hierzulande jedes Jahr immer mehr Abonnenten von Telekommunikationsdiensten gibt. Polen weist die höchsten Marktdurchdringungsraten im mobilen Internet-Zugang in Europa auf. Trotzdem gibt es noch viele zukünftige Abonnenten, die es vorhaben, mobiles Internet in absehbarer Zukunft zu verwenden. Andererseits bleibt das Breitband-Internet-System immer noch weit hinter europäischen Standards zurück. Einige, besonders überwiegend ländliche Gebiete Polens brauchen eine bessere Infrastruktur mit Breitbandverbindung ermöglichenden Glasfaserkabeln. Andere sind vom World Wide Web völlig abgeschnitten. In letzter Zeit hat Polen jedoch einen riesigen Schritt vorwärts in diesem Bereich gemacht. Viele von diesen Gebieten wurden auf international gültige Standards gebracht, indem die neue Infrastruktur geschafft und die bestehende Infrastruktur verbessert wurde. Diese Situation schafft eine Menge Investitionsmöglichkeiten für Telekommunikationsunternehmen und IT-Firmen, die von diesem relativ ungesättigten Markt profitieren können.

Wirtschaft Polens von außen gesehen

Das rasche Wirtschaftswachstum hat dazu beigetragen, dass Polen als ein erfolgreiches, wirtschaftlich und politisch stabiles Land mit hervorragenden Zukunftsperspektiven angesehen wird. Dieses Image findet seine Widerspiegelung in der Bewertung Polens von unabhängigen Finanzinstitutionen und einflussreichen Organisationen. Die Lage Polens in Mitteleuropa stellt einen großen wirtschaftlichen Wert dar. Ein weiteres wesentliches Merkmal Polens, das mehrmals von internationalen Medien und Institutionen hervorgehoben wird, ist hohe Krisenresistenz. Das Beweis dafür war besonders in den letzten Jahren zu beobachten, wenn die polnische Wirtschaft die Weltwirtschaftskrise erfolgreich widerstanden hat. Auch polnisches Rechtssystem ist besonders vorteilhaft für ausländische Unternehmer, die eine erhebliche staatliche Beihilfe von der polnischen Regierung erhalten. Darunter sind Körperschaftsteuer von 19%, Investitionsförderung in 14 Sonderwirtschaftszonen (u.a. Befreiung von der Einkommensteuer und Grundsteuer, konkurrenzfähige Grundstückspreise), mehrere Industrie- und Technologieparks, die Möglichkeit, Mittel aus den EU-Strukturfonds zu erhalten, Greenfield und Brownfield Standorte zu nennen. Laut dem Ernst & Young Bericht zur Investitionsattraktivität rangiert Polen auf Platz 7 weltweit. Gemäß der Nationalbank Polens (NBP) belief sich der Zufluss von ausländischen Direktinvestitionen nach Polen im Jahre 2006 auf € 13,9 Milliarde. Die Merkmale der polnischen Wirtschaft ermutigen ausländische Investoren, auf dem polnischen Markt tätig zu werden. Zu den wichtigsten davon gehören: umfangreicher und aufnahmefähiger Binnenmarkt, positive Aussichten für industrielle Entwicklung, Wettbewerbsbedingungen für Gründung und Führung einer Gesellschaft, wie z.B. relativ niedrige Arbeitskosten, zahlreiche, hochqualifizierte und gut ausgebildete Mitarbeiter, sowie logistisch günstige Lage Polens, die die Entwicklung der Zusammenarbeit mit östlichen Märkten, darunter Russland, die Ukraine und andere Mitglieder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten erleichtern kann.

Natürliche Ressourcen

Polen ist reich an natürlichen Ressourcen. Es gehört zu den weltweit führenden Produzenten von Steinkohle , Schwefel, Kupfer und Silber. Polen verfügt ferner über Ressourcen von Zink, Blei, Erdgas, Salz und andere Mineralien. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Forschungstätigkeiten durchgeführt, die es zum Ziel hatten, Schiefergas zu finden, das angeblich hierzulande in großen Mengen auftritt. Kohle ist der als Energiequelle am häufigsten verwendete fossile Brennstoff in Polen. Polen ist Europas größter Produzent und Exporteur von Steinkohle (außer Russland) und ein wichtiger Produzent von Braunkohle. Ressourcen von Steinkohle machen etwa 43,3 Milliarde Tonnen aus. Schlesien ist ein bedeutendes Zentrum für den Bergbau in Polen. Das Kohlenbergwerk Bogdanka in Łęczna, Woiwodschaft Lublin ist ein weiterer wichtiger Ort der Kohlegewinnung. Ressourcen von Braunkohle machen etwa 13,7 Milliarde Tonnen aus. Diese starken Ressourcen von Kohle erhöhen erheblich die Energieunabhängigkeit Polens. Erdgas Ressourcen machen hierzulande 121 Milliarde m3 aus. Seine Gewinnung deckt 35% der Erdgasnachfrage an. Russland ist größter Liefert von Erdgas nach Polen und deckt etwa die Hälfte der nationalen Nachfrage ab. Zurzeit versucht Polen, seine Erdgasimportquellen zu diversifizieren, um seine Energiesicherheit zu erhöhen.